Wichtige internationale Standards im Überblick

Standards sind konzentriertes Fachwissen von Menschen, die tiefe Kenntnisse in ihrer Branche haben und die Anforderungen der Organisationen verstehen, die sie vertreten: Hersteller, Lieferanten, Auftraggeber, Nutzer, Berufsverbände und Behörden. Auf Grundlage dieses gemeinsamen Erfahrungswissens entstehen Normen und Anforderungen, die helfen, systematischer und erfolgreicher zu arbeiten.

Entdecken Sie einige der bekanntesten und verbreitetsten Standards, sowie solche, die aktuelle Herausforderungen und Veränderungen adressieren und uns alle betreffen.

ISO/IEC 27000:2018Informationssicherheits-Managementsysteme – Überblick und Begriffe

(Information security management systems – Overview and vocabulary)

ISO/IEC 27000:2018 ist die Einführung und das Glossar der gesamten ISO/IEC 27000-Standardfamilie für Informationssicherheit. Sie wurde entwickelt, um eine einheitliche Grundlage für das Verständnis von Informationssicherheits-Managementsystemen (ISMS) zu schaffen und sicherzustellen, dass alle Beteiligten – unabhängig von ihrer fachlichen Herkunft – dieselben Begriffe verwenden und verstehen.

Die Norm erklärt grundlegende Konzepte wie:

  • Informationssicherheit (Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit)

  • ISMS (Information Security Management System)

  • Risikomanagement (Bedrohungen, Schwachstellen, Risikobewertung)

  • Kontrollen (Maßnahmen zur Risikominderung)

  • Incident Management (Vorfälle, Reaktion, Wiederherstellung)

ISO/IEC 27000:2018 ist keine Zertifizierungsnorm – sie dient ausschließlich als Orientierungs- und Nachschlagewerk. Sie bildet das Fundament für alle anderen Standards der 27000-Familie, insbesondere:

  • ISO/IEC 27001 (Anforderungen an ISMS – zertifizierbar)

  • ISO/IEC 27002 (Praktische Sicherheitskontrollen)

  • ISO/IEC 27005 (Risikomanagement)

Ohne ein gemeinsames Verständnis dieser Begriffe entstehen Missverständnisse, Fehlinterpretationen und ineffiziente Prozesse. ISO/IEC 27000:2018 löst dieses Problem, indem sie eine klare, international anerkannte Terminologie bereitstellt.

Was ist ISO/IEC 27000:2018?

Warum ist ISO/IEC 27000:2018 wichtig?

In einer Zeit, in der Cyberangriffe, Datenlecks und Informationssicherheitsvorfälle täglich Schlagzeilen machen, ist eine gemeinsame Sprache entscheidend. Unterschiedliche Abteilungen, externe Berater, Auditorinnen und internationale Partner müssen effektiv kommunizieren können, um Sicherheitsrisiken zu verstehen und zu bewältigen.

ISO/IEC 27000:2018 schafft diese Grundlage:

  • Für IT-Fachleute: Klare Definitionen technischer Konzepte (z.B. Authentifizierung, Zugriffskontrolle, Schwachstellen)

  • Für Management und Geschäftsführung: Verständliche Erklärungen von Governance, Risiko und Compliance-Anforderungen

  • Für Auditorinnen und Beraterinnen: Einheitliche Terminologie für Zertifizierungen und Assessments

  • Für Datenschutzbeauftragte: Abgrenzung zwischen Datenschutz und Informationssicherheit

Die Norm verhindert "Turmbau zu Babel"-Situationen, in denen jede Abteilung ihre eigenen Begriffe verwendet und niemand wirklich versteht, wovon die anderen sprechen. Sie ermöglicht es auch kleineren Organisationen, sich professionell mit dem Thema Informationssicherheit auseinanderzusetzen, ohne zuvor ein IT-Studium absolviert zu haben.

Vorteile für Ihr Business

Gemeinsame Sprache für alle Beteiligten
Wenn alle Mitarbeiterinnen, Beraterinnen, Auditorinnen und Partner dieselben Begriffe verwenden, werden Missverständnisse vermieden und Entscheidungen schneller getroffen. Dies spart Zeit und Geld.

Besseres Verständnis von Informationssicherheit
Viele Organisationen kämpfen damit, Informationssicherheit "greifbar" zu machen. ISO/IEC 27000 bietet klare Definitionen und Konzepte, die auch Nicht-Techniker verstehen können.

Grundlage für Zertifizierung
Wenn Sie eine ISO/IEC 27001-Zertifizierung anstreben, ist das Verständnis der Begriffe aus ISO/IEC 27000 unerlässlich. Auditorinnen erwarten, dass Sie die Terminologie korrekt verwenden.

Effizientere Kommunikation mit Partnern und Kunden
In internationalen Projekten oder bei Zusammenarbeit mit großen Unternehmen wird häufig ISO-Terminologie verwendet. Wer diese kennt, kann professioneller auftreten und Vertrauen aufbauen.

Vermeidung von Fehlinterpretationen
Begriffe wie "Risiko", "Vorfall" oder "Kontrolle" werden im Alltag oft unterschiedlich verwendet. ISO/IEC 27000 definiert sie präzise, sodass jeder dasselbe darunter versteht.

Schulung und Weiterbildung
Die Norm ist ein hervorragendes Schulungsdokument für neue Mitarbeiterinnen oder Teams, die sich mit Informationssicherheit vertraut machen möchten.

Zusammenfassung der wichtigsten Vorteile

  • ✓ Einheitliche Terminologie für Informationssicherheit

  • ✓ Grundlage für das Verständnis der gesamten ISO/IEC 27000-Familie

  • ✓ Vermeidung von Missverständnissen zwischen Abteilungen und Partnern

  • ✓ Professionelle Kommunikation mit Auditorinnen und Zertifizierungsstellen

  • ✓ Effizienzsteigerung durch klare Begrifflichkeiten

  • ✓ Schulungsinstrument für Mitarbeiterinnen und Führungskräfte

Für wen ist ISO/IEC 27000:2018 relevant?

ISO/IEC 27000:2018 ist relevant für jede Organisation, die sich mit Informationssicherheit beschäftigt:

  • IT-Abteilungen und Sicherheitsteams (Technische Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen)

  • Geschäftsführung und Management (Strategische Entscheidungen zu Sicherheitsinvestitionen)

  • Datenschutzbeauftragte (Abgrenzung Datenschutz vs. Informationssicherheit)

  • Auditorinnen und Beraterinnen (Zertifizierungen, Assessments, Compliance)

  • Risikomanager (Bewertung und Behandlung von Informationssicherheitsrisiken)

  • Online-Akademien und E-Learning-Plattformen (Schutz von Lernendendaten, Zahlungsinformationen)

  • Coaches, Beraterinnen, Dienstleister (Schutz von Kundendaten und vertraulichen Informationen)

  • Kreative und Freelancer (Schutz von geistigem Eigentum und Projektdaten)

  • Kleine und mittlere Unternehmen (Einstieg in strukturierte Informationssicherheit)

Wie unterstützt EAS™ Sie bei ISO/IEC 27000:2018?

Die Norm gliedert sich in zwei Hauptteile:

Teil 1: Überblick über ISMS und die ISO/IEC 27000-Familie

  • Was ist ein ISMS und warum ist es wichtig?

  • Welche Prinzipien liegen einem ISMS zugrunde? (Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit)

  • Wie funktioniert der PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) im Kontext von Informationssicherheit?

  • Welche Standards gehören zur ISO/IEC 27000-Familie und wie hängen sie zusammen?

Teil 2: Begriffe und Definitionen (Glossar)

  • Über 80 präzise definierte Begriffe, darunter:

    • Informationssicherheit (information security)

    • Risiko (risk)

    • Bedrohung (threat)

    • Schwachstelle (vulnerability)

    • Kontrolle (control)

    • Vorfall (incident)

    • Authentifizierung (authentication)

    • Zugriffskontrolle (access control)

    • Risikobewertung (risk assessment)

    • Risikomanagement (risk management)

    • Compliance (conformity)

Jede Definition ist präzise formuliert und international abgestimmt, sodass keine Interpretationsspielräume bleiben.

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Mehr erfahren: Besuchen Sie die ISO-Website oder kontaktieren Sie einen EAS™-zertifizierten Auditor für eine umfassende Beratung zu Ihrer spezifischen Situation.

Was deckt ISO/IEC 27000:2018 konkret ab?

Der European Attestation Standard™ (EAS™) orientiert sich an den Grundprinzipien der ISO/IEC 27000-Familie und verwendet dieselbe Terminologie. Dies stellt sicher, dass Ihre Online-Dienstleistungen und digitalen Bildungsangebote nach international anerkannten Sicherheitsstandards bewertet werden – ohne dass Sie selbst ISO-zertifiziert sein müssen.

Durch die Verwendung von EAS™-Kriterien können Sie:

  • Eine gemeinsame Sicherheitssprache in Ihrer Organisation etablieren

  • Informationssicherheitsrisiken systematisch identifizieren und bewerten

  • Sicherheitskontrollen nach ISO-Standards implementieren

  • Professionell mit Auditorinnen, Partnern und Kundinnen kommunizieren

  • Vertrauen bei Lernenden und Auftraggebern aufbauen

  • Sich auf zukünftige ISO/IEC 27001-Zertifizierungen vorbereiten

Die ISO/IEC 27000-Familie im Überblick

ISO/IEC 27000:2018 ist das Eingangstor zur gesamten Standardfamilie:

  1. Lesen Sie zuerst ISO/IEC 27000 – um die Begriffe und Konzepte zu verstehen

  2. Implementieren Sie ISO/IEC 27001 – um ein zertifizierbares ISMS aufzubauen

  3. Nutzen Sie ISO/IEC 27002 – um praktische Sicherheitskontrollen auszuwählen und umzusetzen

  4. Wenden Sie ISO/IEC 27005 an – um Risiken systematisch zu managen

Ohne das Fundament von ISO/IEC 27000 ist es schwierig, die anderen Standards effektiv zu nutzen. Deshalb ist diese Norm der beste Startpunkt für jede Organisation, die sich ernsthaft mit Informationssicherheit beschäftigen möchte.

Beziehung zu anderen Standards der ISO/IEC 27000-Familie

ISO/IEC 27000:2018 beschreibt das gesamte Ökosystem der 27000-Standardfamilie. Diese Familie umfasst mehr als 40 Standards, die alle unterschiedliche Aspekte der Informationssicherheit abdecken. Die wichtigsten sind:

ISO/IEC 27000 – Überblick und Terminologie (dieser Standard)
ISO/IEC 27001 – Anforderungen an ein ISMS (zertifizierbar, Hauptstandard)
ISO/IEC 27002 – Praktische Sicherheitskontrollen (93 Controls)
ISO/IEC 27005 – Risikomanagement für Informationssicherheit
ISO/IEC 27701 – Datenschutz-Erweiterung (DSGVO-kompatibel)
ISO/IEC 27017 – Cloud-Sicherheit
ISO/IEC 27018 – Schutz personenbezogener Daten in der Cloud

Diese Standards arbeiten zusammen wie Bausteine eines umfassenden Sicherheitssystems. ISO/IEC 27000 ist das Fundament, auf dem alle anderen aufbauen.